40 Jahre Hauskreisarbeit – Das Jubiläum

40 Jahre Landeshauskreisarbeit: Mehr als 100 Freunde der Arbeit feiern in Stuttgart

Am 17. November hat die Landeshauskreisarbeit der Evangelischen Landeskirche im CVJM-Haus in Stuttgart die Korken knallen lassen: Zu Gast waren zahlreiche prägende Mitarbeiter der Landeshauskreisarbeit aus vier Jahrzehnten Landeshauskreisarbeit und viele Gäste, die mit der Arbeit auf unterschiedlichste Weise verbunden sind. Impulse für die kirchliche Kleingruppenarbeit von morgen hat der leitende Landeshauskreisreferent Diakon Markus Munzinger im Festgottesdienst zum 40-jährigen Jubiläum der Landeshauskreisarbeit vermittelt. Er setzt sich für Kleingruppen ein, die geistliches Auftanken und eine geistliche Aufgabe miteinander verbinden. – "Die klare Trennung in Mitarbeit und Glaubenspflege ist den ersten Gemeinden fremd. Sie lebten den Glauben in ihrer Gemeinschaft, darin geschah Vertiefung und Glaubenszeugnis in einem. Darum wuchs das Christentum auch so stark, weil die Gemeinden eine starke Ausstrahlung hatten." Den anschließenden Festakt moderierte Pfarrer Thomas Wingert. Dabei würdigte Synodalpräsidentin Inge Schneider auch im Namen von Landesbischof Frank Otfried July die Bedeutung der Hauskreise für die Entwicklung der Landeskirche in den vergangenen 40 Jahren. Insbesondere Kleingruppen unterschiedlicher Art sind es, in denen heilsame Nähe erfahren werden kann: "Eure besondere Berufung aber ist es Häuser der Hoffnung zu bauen, in denen Menschen die Gastfreundschaft und heilende Nähe Gottes erfahren. In denen das Vertrauen in Gottes Zusagen wächst, weil man sich erzählt was man mit Gott erlebt hat. Häuser in denen Klage und aber auch das Lob Gottes erklingt."

Im Namen des Oberkirchenrats sprach Frank Zeeb über die Funktion der Hauskreise im Neuen Testament und identifizierte sie mit der Hausgemeinde der Urchristenheit. Es schlossen sich Grußworte von Ortwin Schweitzer und Jens Plinke als ehemalige Referenten für Hauskreisarbeit an. Die Vorsitzende der Landeshauskreisarbeit Gudrun Strecker beschloss den Reigen. Auch sie hat die anstehenden Veränderungsprozesse in den Blick genommen. "Die Hauskreisbewegung hat in den Siebzigern um sich gegriffen und die kirchliche Landschaft nachhaltig verändert. Und heute gilt es, neue Formen von Kleingruppen wahrzunehmen und zu fördern."

Schließlich drückten Markus Munzinger zusammen mit dem Leiter der Missionarischen Dienste Kirchenrat Tobias Schneider allen Beteiligten ihren Dank aus.

Thomas Wingert

Grußwort der Präsidentin der Landessynode Inge Schneider: "Meine Geschichte mit der Hauskreisarbeit …"

Liebe Hauskreismitarbeiter,sehr verehrte Damen und Herren,

sehr gerne bin ich heute zu Ihnen gekommen um Ihnen zu 40 Jahren Hauskreisarbeit zu gratulieren und Ihnen die Grüße des Landesbischofs und der Landessynode zu überbringen.

Meine Geschichte mit der Hauskreisarbeit beginnt im Jahre 1975 als ich mit meinem Mann einen Hauskreis im Remstal besuchte. Nach der Geburt unseres ersten Sohnes im Jahre 1978 begannen wir dann in Schwaikheim mit einem eigenen Hauskreis.

Das gemeinsame Bibellesen , den Austausch darüber und die Gemeinschaft, die wir in unseren verschiedenen Hauskreisen erlebt haben hat nicht nur mich nachhaltig geprägt, sondern auch unsere Landeskirche sehr bereichert. Mit den Hauskreisen wurde eine neue Form des gemeinsamen Glaubenslebens gefunden, die die herkömmlichen Formen, wie den Gottesdienst, die Bibelabende, aber auch die pietistischen Gemeinschaftsstunden ergänzt hat. Die Hauskreisarbeit entsprach der nach 68 er Zeit mit ihrer Lust am Diskutieren und ihrem Aufnehmen von direkten Lebensfragen. Die meisten Hauskreise haben nicht nur miteinander geredet, gefeiert und gegessen, sondern oftmals auch selbst Gottesdienste vorbereitet, Freizeiten abgehalten oder sich auch diakonisch engagiert. Insbesondere in den 90 er Jahren hat die Hauskreisarbeit dann auch die Impulse aus der charismatischen Bewegung aufgenommen und mit den Themen wie segnen und gesegnet werden oder Gebet für Kranke wichtige Impulse in unsere Landeskirche hineingegeben. Manches das zuerst nur in den Hauskreisen praktiziert wurde, ist inzwischen in der ganzen Landeskirche zur Selbstverständlichkeit geworden. Ja unsere Landeskirche wäre nicht das, was sie ist, ohne die Hauskreisarbeit und die vielen Mitarbeiter und Kirchengemeinderäte und rätinnen die aus der Hauskreisarbeit kommen.

Aber auch die Hauskreisarbeit ist den Zeitströmungen ausgesetzt .Das Leben vieler Menschen ist individualistischer geprägt, der Druck durch die Arbeitsverdichtung und die Berufstätigkeit beider Ehepartner hat zugenommen, die geforderte Mobilität mit Wohnortwechsel und die zunehmende Digitalisierung, sowie der Wunsch nach Unverbindlichkeit kennzeichnen weithin das Leben der heutigen Menschen, dennoch verbleiben Bedürfnisse und eines davon ist Gemeinschaft. Herkömmliche Hauskreise können eine Geborgenheit und ein Heimatgefühl bieten das viele Menschen suchen und sie werden eine Form bleiben in der viele Christen ganz persönlich ihren Glauben leben können, sie gestärkt werden, sie Begleitung, Gemeinschaft und Trost erfahren.

Daneben haben wir neue Formen in den Blick zu nehmen: Lockere Impulse beim gemeinsamen Essen, Malen oder Gestalten, Onlinebibelkreise, Gespräche am Bibelstammtisch, Jogging und Gymnastikgruppen, Stricken und Erzählen usw. der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Liebe Hauskreismitarbeiter wagen Sie es neue Wege zu denken und  zu gehen!

In verschiedenen Hauskreisen kann der Glaube ganz verschieden gelebt werden, daher ist es auch eine stete Herausforderung, dass Hauskreise der Versuchung widerstehen sich gegenseitig abzugrenzen. Gerade für Hauskreise, die eine bestimmtes Profil haben, sich bestimmter Denkgewohnheiten bedienen ist es manchmal schwer die Vielfalt im Reich Gottes zu begrüßen und andere, mit andern Glaubensüberzeugungen stehen zu lassen. Schon Paulus weist im Philipperbrief darauf hin: „Was tuts aber, wenn nur Christus verkündigt wird“.

Gemeinschaft in der Kirche ist nur möglich, wenn wir lernen die andern mit ihrem Hintergrund, ihren Erfahrungen und ihrer Erlebnisweise zu achten. Hauskreisarbeit trägt zum Bau der Kirche bei, wenn  sie im Gespräch mit den anderen Gruppen der Kirche bleibt, aufeinander geduldig hört, Argumente austauscht und versucht zu verstehen warum der andere anders denkt und handelt. Neben der Hauskreisarbeit gibt es auch andere Formen des Christseins. Sie sind auch gesegnet, sie haben auch Beziehungen zum auferstandenen Christus und sie wissen auch etwas vom Reich Gottes von der Liebe Gottes und von seiner Güte.

Eure besondere Berufung aber ist es Häuser der Hoffnung zu bauen, in denen Menschen die Gastfreundschaft und heilende Nähe Gottes erfahren. In denen das Vertrauen in Gottes Zusagen wächst, weil man sich erzählt was man mit Gott erlebt hat. Häuser in denen Klage und aber auch das Lob Gottes erklingt.

Deshalb gilt Euch die Zusage Gottes aus Jes 40 V 31:“Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie  wandeln und nicht müde werden.“

Gott segne unsere Hauskreisarbeit!

 
 
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Ansprechpartner

Frau Dagmar Loncaric

phone0711 45804-9402
Dagmar.Loncaric@elk-wue.de


Herr Markus Munzinger

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Markus.Munzinger@elk-wue.de

Fax: 0711 45804-9407

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