Nordic Walking mit Leib und Seele - Materialien zum Artikel

Martin Heubach ist DSV Nordic-Walking-Trainer. Bis zum Sommer 2019 war er Zeltmeister bei der Zeltkirche und hat bei diesen Einsätzen Nordic-Walking-Kursangebote gemacht.

Sich mit zwei Stöcken auf den Weg zu machen, in einer kleinen Gruppe unter Gottes schönem Himmelszelt, kann mehr sein als ein Spaziergang oder eine sportliche Betätigung. Wenn wir die „Dimension der Seele“ bewusst mit in den Blick nehmen, wenn wir zwischendurch Gedanken und Impulse, Beten und Schweigen mit einplanen, kann man diese Zeit auch „Beten mit den Füßen“ in Gottes genialer Schöpfung nennen.

Von Teresa von Avila stammt diese freundliche, aber auch herausfordernde Empfehlung: „Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Und der Apostel Paulus konnte an die Korinther schreiben (1.Kor 6,19): „Euer Körper ist ein Tempel des Heiligen Geistes.“ Wenn wir diese Erinnerung ernst nehmen, dann dürfen wir unseren Körper nicht vernachlässigen oder ihn
durch Bewegungsmangel und falsche Ernährung schädigen, sondern wir müssen ihn hegen und pflegen, (heraus)fordern und ihm Gutes tun! Wenn ich bei meinen Kursen behaupte – weil ich es am eigenen Leibe erfahren habe – dass sich der Heilige Geist „im Tempel wohler fühlt als im Vorhof“, dann
streichle ich meinen mehr oder weniger großen Wohlstandsbauch…

Keine andere Bewegungsart aktiviert, trainiert und stärkt so viele Körpermuskeln (ca. 90 %) wie Nordic
Walking (NW). Unser Leib und unser Geist können gleichermaßen an der frischen Luft auftanken und aufatmen. Dazu werden die einzelnen Elemente der NW-Technikpunkte mit einem passenden Bibelwort
und einer allgemeinen Weisheit in Beziehung gebracht – zwei Beispiele:

Wir lassen den Kopf nicht hängen, sondern schauen nach vorne, denn es gilt im Leben: Hilfe kommt
nie von unten (vom Boden), sondern immer von vorne bzw. von oben: „Seht auf, erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!“ (Lk 21,28)

Wir tragen die Stöcke und verspannen uns nicht im Schulterbereich, sondern drücken uns mit den
Stöcken nach vorne ab. Damit „schalten wir für eine Vorwärtsbewegung den Turbo“ ein und drücken
uns kraftvoll nach vorne: „Kommt her, die ihr mühselig und beladen seid, ich will Euch erquicken!“ (Mt 11,28) – Wer aufrecht geht, dem kann man nicht zu viel Bal- LAST, Sorgen und Nöte auf die Schultern legen, der kann auch mal sagen: „Rutsch mir den Buckel runter!“

Zwischen den Übungsphasen gibt es noch eine NW-Meditation oder ein Gebet, Hinweise auf Gottes Schöpfung, z.B. das Frühlingserwachen, Vogelgezwitscher, Bach- oder Wind-Geräusche: die Fingerabdrücke und Fußspuren Gottes. Und es gibt Schweigeeinheiten und Austauschrunden, in denen man sich mitteilt, was man gesehen, gehört und erfahren hat.

Nordic Walking für Geist, Leib und Seele

Dieses Einführungspapier ist im Rahmen der Zeltkirche entstanden und richtet sich an Teilnehmer der Nordic-Walking-Angebote:

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Namen sind im Himmel geschrieben (auch als Vorstellungsrunde geeignet)

  • add Namen sind im Himmel geschrieben

    • wir stellen uns im Kreis dicht aneinander auf – die rechte Hand auf die Schulter des rechten Nachbarn legen – die linke Hand um die Hüfte des linken Nachbarn legen
    • freuet Euch, dass Eure Namen im Himmel geschrieben sind (Lk. 10,20)
      --> jeder sagt laut seinen Namen und blickt zum Himmel auf (reihum im Uhrzeigersinn)

    Ansage:

    • freuet Euch, dass Eure Namen im Himmel geschrieben sind
    • ER kennt uns – ER sieht uns – ER liebt uns
    • Ich bin wert-voll – im Himmel bekannt, schon bevor ich geboren wurde, sagt die Bibel

    (Beispiel von Martin Heubach, entsprechend zu ändern:)

    • Meine Eltern haben mir einen „besonderen Namen“ gegeben, (un)bewusst – kann ich nicht mehr fragen
    • Wir haben unseren vier Mädels bewusst Namen gegeben, die eine (christliche) Bedeutung haben
    • Evtl. ist auch unser Name Programm,
    • z.B. Martin, der wie Löwen Kämpfende: das ist meine Lebensberufung,
    • mich für andere einzusetzen, etwas voran zu bringen, nicht gleich klein bei zu geben,
    • andere mitzunehmen…
    • Meine Eltern haben bei der Taufe auch noch sichtbar zum Ausdruck bringen wollen:
    • Gott kennt Dich – Du gehörst zu IHM – Dein Name ist unauslöschlich im Buch des Lebens geschrieben
    • Martin, Du gehörst zu Gott

    Schlussteil:

    • Und so können wir mit erhobenem Haupt, aufrecht, würdevoll, selbstbewusst, entschieden gehen, weil …
    • freuet Euch, dass (die Namen einiger TN aufrufen) eure Namen im Himmel geschrieben sind

    gez.: Martin Heubach – 16.10.2019

Gebet

  • add Mit dir, mein Gott, will ich jetzt gehen, reden und hören

    Aus der Unruhe des Tages
    und mit den vielen Gedanken,
    die mir durch den Kopf gehen …
    will ich jetzt einfach gehen.

    Ich will jetzt ein Stück des Weges mit dir gehen.
    Geselle dich zu mir und gehe mit,
    du Gott meines Lebens.

    Ich darf jetzt meinen Kopf erheben
    und aufblicken zu dir, von dem alle Hilfe kommt.
    Denn: „Meine Hilfe kommt von dir,
    der Himmel und Erde geschaffen hat!“

    Ich darf aufrecht gehen,
    weil du mich aufrecht erschaffen hast.
    Mit dir kann mir jetzt alles den Buckel hinunterrutschen,
    was mich beschwert und belastet.

    Ich strecke in diesem Augenblick meine Arme aus,
    nach vorne und nach hinten,
    weil meine Hilfe von dir kommt, mein Gott.

    Ich mache ein paar ganz große Schritte,
    weil du mir ganz leise ins Ohr sprichst:
    „Mache den Raum deines Zeltes weit, spare nicht …“

    Mit jedem Schritt will ich dein Schweigen aushalten
    und meine ungestillte Sehnsucht dir entgegenstrecken.

    Ich öffne meine Hände und gebe her, was mich umtreibt und belastet:
    mein Planen und Sorgen …
    alle ungelösten Fragen und belastenden Zweifel …
    mein Unvermögen und meine Verletzlichkeit …
    weil sie bei dir gut aufgehoben sind.

    Bei jedem Stockeinsatz will ich glauben:
    „Dein Stecken und Stab trösten mich“, du guter Hirte.

    Und so gehe ich und bin gespannt,
    was du mir sagen und zeigen willst,
    was ich spüren werde und glauben darf!

    Martin Heubach

Beten mit Füßen

  • add Beten mit Füßen - oder Nordic Walking als Gebetsspaziergang

    Da sein…

    Bewusstes gehen…

    Ich will mir bewusst machen: 

    • Ich habe jetzt viel, viel geschenkte Zeit,
      mir von Gott geschenkte Zeit
    • Zeit, für mich und meinen Gott
    • ich gehe langsam, schnell…: in meinem Tempo

     
    Ich gehe auf einem Weg, der mich trägt

    • ich bin ein Getragener

    Ich gehe unter Gottes Augen

    • er kennt mich und sieht mich

    Ich gehe unter seinem Himmel 

    • unter dem ich behütet bin

    Ich habe einen Namen

    • ich bin geliebt und wertvoll  

    Ich kann stehen bleiben und hören

    • zwitschernde Vögel, den Wind in den Bäumen… 

    • mich störende Geräusche…

    Ich nehme mir Zeit, um genau wahrzunehmen

    • Ich halte meine Nase in den Wind und rieche…

    Ich kann IHM sagen – immer wieder:

    • „Ich bin da – und DU bist auch da…!“
    • das ist gut so und genügt

    Und so komme ich ganz allmählich ins Beten…

    • Ich kann Jesus alles erzählen, was in mir ist,
      was ich gerade denke und fühle…
      mich umtreibt und belastet…
      - ER hört zu!
      - ER kennt mich!
      - ER sieht mich!


    Ostern 2013
    Martin.Heubach@gmx.de – Rot am See

Segenskreis

  • add Segenskreis (zum Abschluss geeignet)

    • Alle stellen sich im Kreis auf, sehr dicht an- bzw. nebeneinander
    • Jeder streckt beide Hände in die Mitte, so dass die Handflächen sichtbar sind – rechte Hand drehen (Handrücken ist nun sichtbar) – Daumen der rechten Hand in die linke Hand legen – Daumen umfassen – Daumen der linken Hand dem linken Nachbarn geben, der sie um schließt – mit der rechten Hand den Daumen des rechten Nachbars umschließen

    Ansage:

    • Wir sind einmalig, wertvoll & schön: Hände – Größe – Lebenslinien – evtl. aber auch gezeichnet
      „Herr Gott, Schöpfer der Welt und unseres Lebens - wie wunderbar sind Deine Werke, wer mag es be-greifen und er-fassen…“ -> Sehr gut!

    Anleitung:

    • Die linke Hand wird gedreht, so dass beide Daumen nach links schauen
    • Wir legen den rechten Daumen in unsere linke Hand und umschließen ihn fest mit unserer linken Hand -> wir verbünden uns
    • Wir suchen die rechte Hand des linken Nachbars, der unseren Daumen fest umschließen soll
    • und nehmen den Daumen der linken Hand unseres rechten Nachbars in unsere rechte Hand und umschließen ihn fest
    • so dass wir einen sehr runden, engen Kreis haben (wir stehen sehr dicht aneinander)

    Ansage:

    • wir bitten Gott um seinen Schutz und Segen
    • sein Segen umhüllt uns spürbar – be-greif-bar
    • wir stehen fest an- und zueinander
    • wir empfangen den Segen Gottes über unseren rechten Nachbarn und geben ihn an den linken weiter
    • wir rechnen fest mit IHM, heute, an diesem Tag
    • und so segnet uns der allmächtige und dreieinige Gott: der Vater, Sohn und Heiliger Geist