Werner Schmückle, der langjährige Leiter der Missionarischen Dienste, wird in den Ruhestand verabschiedet

Am Sonntag, den 22. Oktober, fanden in der Marbacher Stadthalle der Landeshauskreistag und der Tag der Missionarischen Dienste statt. Gleichzeitig wurde Kirchenrat Werner Schmückle nach 22 Jahren als Leiter der Missionarischen Dienste in den Ruhestand verabschiedet.


Den Auftakt des Tages bildete ein Gottesdienst, an dem auch aus Marbach und umliegenden Kirchengemeinden insgesamt ca. 300 Gottesdienstbesucher teilnahmen. Werner Schmückle hielt die Predigt über Mk. 1, 32-39. Seine vier Leitsätze lauteten:

  • Jesus, der barmherzige Helfer
  • Jesus, der einsame Beter
  • Jesus, der souveräne Herr
  • Jesus, der vollmächtige Verkündiger

Der Gottesdienst wurde von Bläsern aus dem Bezirk Marbach unter der Leitung des Bezirksposaunenwarts musikalisch gestaltet.

Den anschließenden Festvortrag über das Thema „Martin Luther als Seelsorger – Impulse für Hauskreise durch reformatorische Erkenntnisse“ hielt Prof. em. Dr. Christian Möller aus Heidelberg. Als eine der Aufgaben der Hauskreise nannte er das Anliegen Luthers, dass „einer dem andern zum Seelenheil verhelfe“. Er regte an, den Begriff „Sünde““ in den Hauskreisen neu zu buchstabieren: „Die Sünde wirft uns ganz auf Gott.“ Und: „Das Bewusstsein der Sünde macht den Menschen freier und barmherziger.“ Als Ermutigung für Hauskreise formulierte Prof. Möller: „Der Hauskreis ist der Ort, an dem das Priestertum aller Gläubigen wahrhaft geübt wird.“

Am Nachmittag wurde Werner Schmückle in den Ruhestand verabschiedet. Es nahmen ca. 130 Personen teil.

Die gesamte hauptamtliche Mitarbeiterschaft eröffnete den Reigen der Würdigung für Werner Schmückle. Grußworte sprachen Siegfried Mädicke als ehrenamtlicher Vorsitzender des Vertrauensrates der Missionarischen Dienste, Dr. Erhard Berneburg, der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Missionarischen Dienste in Berlin, Professor Dr. Ulrich Heckel, der Leiter des Dezernates Theologie im Oberkirchenrat, Landesbischof D. Frank O. July als persönlicher Freund und Kirchenrätin Bärbel Hartmann von Stift Urach. Hervorgehoben wurden in den Grußworten die biblische Ausrichtung Werner Schmückles, seine theologische Leidenschaft, gepaart mit Lebenslust und Humor, sein Herzschlag für Mission und Evangelisation, seine Eigenschaften als verlässlicher Partner und fleißiger Arbeiter.

Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert und Gudrun Strecker, die ehrenamtliche Vorsitzende der württembergischen Hauskreisarbeit, präsentierten als „Servicepersonal“ die Verabschiedung als mehrgängiges Menu.

Werner Schmückle bedankte sich: bei Gott, dass er ihm Gnade gab, diese Arbeit tun zu dürfen, bei der hauptamtlichen Mitarbeiterschaft und den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sein Fazit: Ich habe keinen Tag bereut.

Parallel dazu fanden vier Workshops im Marbacher Gymnasium mit insgesamt etwa 40 Personen statt. Die Themen waren: „Hauskreis und Kirchengemeinde“, „Phasen eines Hauskreisabends“, „Hauskreis – gemeinsam durch Leiden gehen“. Ein vierter Workshop gab Anregungen zu ProChrist 2018. Außerdem wurde eine Kirchenführung angeboten.

Die Kinder wurden am Vormittag parallel betreut. Am Nachmittag wurde ab 13.15 Uhr als besonderes Highlight ein Konzert mit Mike Müllerbauer angeboten. Daran nahmen ca. 200 Personen teil, auch etliche Erwachsene.

Der Tag wurde mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken beendet. Ein großer Dank geht an den Marbacher Hauskreis von Jan und Uschi Unruh, der sich umsichtig und engagiert in die Organisation des Tages einbrachte, sowie an Markus Munzinger, den Referenten für Hauskreisarbeit bei den Missionarischen Diensten, der die Hauptverantwortung für diesen Tag trug.

Gudrun und Hermann Strecker

(32) Am Abend aber, da die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen. (33) Und die ganze Stadt war versammelt vor der Tür. (34) Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn. (35) Und am Morgen, noch vor Tage stand er auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort. (36)Und  Simon und die bei ihm waren, eilten ihm nach. (37) Und da sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. (38) Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Orte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. (39) Und er kam und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen  aus.

Der Predigttext Markus 1, 32-39

Predigt von Werner Schmückle anlässlich seiner Verabschiedung

Liebe Gemeinde!

Wer ist Jesus und was bedeutet der Glaube an ihn? Darauf will der Evangelist Markus eine Antwort geben. Das ist auch die Aufgabe der Verkündiger und Verkündigerinnen heute. Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich an dieser Aufgabe mitwirken durfte.

Wer ist Jesus? – Markus erzählt vom Wirken Jesu in Kapernaum.

An vier Aspekten wird dabei deutlich, wer Jesus ist:

1. Jesus ist der barmherzige Helfer

Am Abend, wenn die Sonne untergeht, ist der Sabbat in Israel zu Ende. Jetzt darf man die Kranken wieder umhertragen. Jetzt kommt es zu einem Massenauflauf vor dem Haus, in dem Jesus sich aufhält. Das ganze Elend des Ortes ist vor der Tür versammelt…

Jesus sieht die Menschen mit den Augen des Erbarmens. Er heilt viele – aber nicht alle werden gesund… Der Evangelist Elias Schrenk hat es einmal so ausgedrückt: „Gläubiges Gebet ist nicht eine Kanonade, durch die man Gott zur Kapitulation zwingt, sondern das Bitten des Tiefgebeugten, der seinem Gott alles zutraut, aber auch alles hinzunehmen bereit ist, was seine Hand gibt.“ …

2. Jesus sucht die Stille im Gebet

… Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer von Bethel, macht an einer Geschichte deutlich, was Beten heißt:

Als kleine Kinder konnten er und seine Schwester eines Abends nicht einschlafen. "Komm", sagte die Schwester, "wir wollen in die Wohnstube gehen." Für den kleinen Friedrich war das ein schreckliches Unternehmen... "Ich fühle noch heute, wie mir das kleine Herz klopfte vor Angst" erzählt Bodelschwingh. "Aber als dann die Tür sich auftat und der Vater seine Arme nach mir ausstreckte und mich auf seinen Schoß nahm, da war alles wieder gut. 'Was willst du denn, mein Kleiner', sagte er und streichelte meinen Kopf. 'Vater', sagte ich, 'ich wollte nur zu dir'. – Heißt Beten etwas anderes?" fragt Bodelschwingh.


3. Jesus ist der souveräne Herr

Dann kommt eine merkwürdige Szene. Die Jünger stören ihn im Gebet. „Alle suchen dich“, sagen sie… Aber Jesus entzieht sich, wenn Menschen ihn für ihre Zwecke einspannen wollen...

Auch in unserem Christsein stellt sich immer wieder die Frage: Was ist jetzt für mich dran? Antwort bekommen wir in der Stille, im Gebet und im Hören auf Gottes Wort.

4. Jesus ist der vollmächtige Verkündiger

Jesus weiß, was jetzt dran ist. Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. – Die Botschaft vom Reich Gottes zu verkündigen, das ist sein Auftrag… "Lasst uns anderswohin gehen, dass ich auch dort predige." Darin sieht ein katholischer Ausleger den missionarischen Auftrag angesprochen. Vollmacht zu einer solchen Predigt, danach sehne ich mich und das wünsche ich mir für unsere Kirche.

Eindrücklich ist für mich ein Wort von Elias Schrenk: Das größte Laster der Prediger sei der Unglaube der eigenen Predigt gegenüber, dann sei es kein Wunder, wenn sie nichts bewirke.

Vertrauen darauf, dass Gott wirkt in unserer Verkündigung – wäre das nicht ein erster Schritt auf dem Weg zu einer missionarischen Kirche und Gemeinde?

Amen.

Werner Schmückle
(leicht gekürzt)

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Frau Dagmar Loncaric

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Herr Markus Munzinger

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Markus.Munzinger@elk-wue.de

Fax: 0711 45804-9407

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