Eingeladen zum Fest des Glaubens

Denke ich an die Zeit der Vorbereitung und Durchführung der Backnanger Kirchentage im Zelt zurück, kommen mir durchweg positive Erinnerungen und eine große Dankbarkeit. Die Tage füllten sich mit einem Gefühl des getragen Werdens von einer großen Gemeinschaft, dem kreativen Mit- und Füreinander, der Gastfreundschaft und dem immer wieder angestoßen werden über mich und meinen Glauben nachzudenken.
Angefangen hatte es mit der Anfrage unseres damaligen Pfarrers Ulrich Kloos, ob ich als Vertreter unserer beiden katholischen Kirchengemeinden ins Kernteam „Zeltkirche“ gehen würde. Die Arbeit dort war für mich sehr interessant. Die Vertreter der Gemeinden, die der ACK angehören, kannte ich, daher fiel mir der Kontakt dahin relativ leicht. Auf die Vertreter der Apis, der biblischen Gemeinde und der Gemeinde Gottes aus Allmersbach im Tal war ich neugierig. Im Kernteam und bei den Veranstaltungen während der Backnanger Kirchentage im Zelt spielte die Herkunftsgemeinde überhaupt keine Rolle. Es war ein wirklich bereicherndes Erlebnis welche starke Gemeinschaft Kirche ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Wir konnten uns alle aufeinander verlassen, was für mich eine sehr große Sicherheit bedeutete und mir dadurch einen „Spielraum“ eröffnete. Das für- und miteinander war immer gegenwärtig. Dies haben alle Menschen gespürt, die ins Zelt kamen, darunter eine ganze Anzahl, die nicht mehr in die Kirche gehen. Gerade diese waren bei sehr vielen Veranstaltungen und hörten mit einem sehr wachen Ohr zu und schauten mit sehr neugierigen Augen. Alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht und es war erstaunlich, wie viele Menschen ins Zelt passten und man selbst vom hintersten Platz noch alles mitbekam. Für mich waren Highlights der Gottesdienst mit den Kindergartenkindern, der Abend für Paare und Freunde und das Frauenfrühstück „Alltägliches im Blick“. Immer noch angesprochen werde ich auf den Vormittag mit dem Glaubensleporello. Es gab auch einige, die den Weg zum Zelt nicht gefunden haben, aber durch die Berichte, die in der Zeitung kamen, sich informierten und mir rückmeldeten  „Toll, was ihr da auf die Beine gestellt habt.“ Mich haben diese vielen positiven Rückmeldungen sehr gefreut, da „das Zelt“ im Vorfeld nicht unumstritten war. Meine evangelischen Freundinnen berichteten von negativen Kindheitserinnerungen „mich bringt keiner mehr in die Zeltmission“ und viele Katholische kannten es nicht „Was ist das? Müssen wir bei allem dabei sein?“  Zum Glück waren wir dabei! Und letztendlich waren in allen Arbeitskreisen Katholiken. Mich forderten vor allen die Gespräche „am Rande“ (meist mit Frauen) sehr heraus und zwangen mich meine eigene Position und meinen Glauben zu begründen und Stellung zu nehmen. Fragen, bei denen, aufgrund eines persönlichen oder kirchlichen Hintergrundes, verschiedene Meinungen auftraten: Warum gibt es Vorbehalte mit einem öffentlichen Bekenntnis am Ende eines jeden Tages? Wie ist die Akzeptanz von Lesben und Schwulen in unserer Gesellschaft? Brauchen wir mehr eigene Zeugnisse von Berufungserfahrungen? Wie gehen wir mit Glückssymbolen wie dem Glücksschwein, Hufeisen, Schornsteinfeger um? Wie behandeln wir Obdachlose?“ Der Umgang mit den Obdachlosen, die auch ins Zelt kamen, ist sicher ein Punkt, an dem ich am Meisten gelernt habe. So wundert es nicht, wie berührt ich am Ende der Backnanger Kirchentage war, als alle Menschen im Zelt das Lied sagen: Eingeladen zum Fest des Glaubens „Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern, mal gespannt mal eher skeptisch, manche zögernd viele gern, folgten sie den Spuren Jesu folgten sie dem der sie rief und sie wurden selbst zu Boten, dass der Ruf wie Feuer lief. Und so kamen sie in Scharen brachten ihre Kinder mit, ihre Kranken, ihre Alten selbst die Lahmen hielten Schritt. Von der Straße aus der Gosse kamen Menschen ohne Zahl und sie hungerten nach Liebe und nach Gottes Freudenmahl.“


Elvira Reim, Vertreterin der katholischen Kirche Backnang

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